Geschichte der Zeitschrift »Liturgie konkret«

Cover und Layout der Zeitschrift haben sich zwar im Laufe der Jahrzehnte gewandelt, aber das Ziel ist dasselbe geblieben: praxisgerechte Hilfen für die Feier des täglichen Gottesdienstes zu geben.

Seit fast 40 Jahren gibt es die Gottesdiensthilfe Liturgie konkret. Wie es anfing und wie sich Liturgie konkret zur kompetenten Marke für die Vorbereitung und Gestaltung des Gottesdienstes entwickelte, lesen Sie hier. 

Der Anfang

Im Frühjahr 1977 unterbreitete der damalige Inhaber des Lehrstuhls für Liturgiewissenschaft an der Universität Regensburg, Prof. Bruno Kleinheyer, dem Verlag Friedrich Pustet einen Plan für eine pastoralliturgische Zeitschrift, die der geistlichen Vertiefung und Besinnung aller Verantwortlichen für den Gottesdienst in den Gemeinden dienen sollte. Sie sollte ganz aus dem Geist und der Kraft der Liturgie schöpfen, andererseits auch konkrete Hinweise zur Gestaltung des Gottesdienstes erhalten. Der angedachte Name „Liturgie konkret“ schien daher passend.

Die Konzeption war folgende: Für jeden Tag eines laufenden Monats sollte ein Text angeboten werden, der in direktem oder indirektem Zusammenhang mit der Tagesliturgie steht. Daher wurden am Anfang nur selten ausformulierte Vorschläge für eine Einführung, Kyrie-Rufe oder Fürbitten gemacht; vielmehr gab es Überlegungen zur liturgischen Gestaltung, Meditationstexte, Hinführungen zu biblischen Gesängen und Texten, vor allem aber auch Erschließungen der neuen liturgischen Bücher und der erneuerten Liturgie überhaupt.

Neben Prof. Kleinheyer konnten mehrere Mitherausgeber gewonnen werden, um die verschiedenen für die Liturgie wichtigen Bereiche kompetent abdecken zu können: Prof. Hans Hollerweger, Linz (Liturgiewissenschaft); Prof. Heinrich Groß, Regensburg (Exegese AT); Prof. Otto Knoch, Passau (Exegese NT); Msgr. Franz Fleckenstein, Regensburg (Direktor der Kirchenmusikschule); Domprediger Dr. Michael Grünwald, Regensburg, und Dr. Ernst Schmitt, Pfarrer in Nürnberg. Sie trugen vor allem mit grundsätzlichen Beiträgen zur Gestalt von Liturgie konkret bei. 

Zunehmende Konkretisierung

Nach einer Vorstellung der neuen Zeitschrift 1977 auf der Buchmesse in Frankfurt mit einer so genannten „Null-Nummer" startete Liturgie konkret 1978 mit einer Auflage von 2.600 Exemplaren. Es stellte sich aber bald heraus, dass die Konzeption des Heftes nicht ganz die Erwartung der Seelsorger traf: „Wenn Sie Ihre Zeitschrift ‚Liturgie konkret’ nennen, dann stellen Sie uns bitte auch konkrete Gottesdiensttexte für jeden Tag zur Verfügung“ – so lauteten sinngemäß die Bitten etlicher Bezieher aus den Anfangsjahren.

1980 wurden die Anregungen für jeden Tag ausführlicher und konkreter: Eine „Einführung in den Gottesdienst“ und „Fürbitten“ sollten stets ausformuliert werden. Darüber hinaus stand es den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen frei, weitere konkrete Impulse zu geben. Dadurch entfielen allerdings zunehmend die allgemeinen Überlegungen zur Liturgiegestaltung.

Einen weiteren Einschnitt gab es 1986. Wurde bislang das Heft im Verlag redigiert, so bekam es in der Person des Würzburger Liturgiewissenschaftlers Prof. Georg Langgärtner einen eigenen Schriftleiter. Er versuchte in der kurzen Zeit seiner Tätigkeit (er starb überraschend im April 1987), Impulse für eine Liturgiekultur zu geben („Besinnung zur Liturgie“). Wenige Monate nach Langgärtners Tod bot der damalige Verlagsleiter Dr. Gerd J. Maurer die Schriftleitung der Zeitschrift Langgärtners Assistenten Dr. Guido Fuchs an, der sich ab 1988 diese Aufgabe für einige Jahre mit seinem damaligen Kollegen Dr. Hans Martin Weikmann teilte. Beiden war wichtig – und das ist ein Prinzip bis heute –, dass für jeden Tag ein Impuls zu den Schrifttexten – etwa für eine kurze Homilie oder eine Besinnung zu den Schrifttexten – gegeben wird: Verkündigung geschieht ja nicht aus dem Vortrag des Evangeliums allein heraus, sondern aus dessen Erschließung für die Menschen heute – auch und gerade am Werktag.

Seit 1990 wird jedem Tag im Heft eine Seite zugewiesen; bei 32 Seiten wurde dadurch die Möglichkeit, grundsätzliche Artikel beizufügen, noch weiter eingeschränkt. 1996 gab es zwei markante Änderungen: Die Schrift wurde größer und lesefreundlicher; auf Wunsch vieler Bezieher wurde das Tagesgebet mit abgedruckt.  

Liturgie konkret digital

Zu einer wirklichen Neuerung kam es dann zwei Jahre später: Seit 1998 gibt es Liturgie konkret digital. In dieser Disketten-, später CD- bzw. Online-Ausgabe gibt es außer den bisherigen Anregungen für die tägliche Messfeier auch Vorschläge für andere Feierformen, Predigtanregungen, neue Lieder, Gebetstexte für Wort-Gottes-Feiern, Einführungen in die Lesungen, ausdruckbare Liedpläne, Buchbesprechungen und anderes mehr. Ausgedruckt umfasst dieses Angebot jeden Monat ca. 120–150 Seiten.

Als dritte Säule des Produkts Liturgie konkret etablierte sich seit Anfang des neuen Jahrtausends die Buchreihe Konkrete Liturgie, die teilweise Anleihen aus dem digtitalen Angebot macht bzw. dieses flankiert durch Vorschläge zur Gestaltung verschiedener Feierformen.

Seit 1998 werden alle drei Produktformen in Hildesheim redaktionell durch Prof. Dr. Guido Fuchs und satztechnisch im Medienbüro Monika Fuchs betreut.  

Wort-Gottes-Feiern

Und noch einen Ableger erhielt die Liturgie konkret-Familie: 2012 wurde erstmals eine CD-Rom bzw das Online-Angebot mit Texten nur für Wort-Gottes-Feiern auf den Markt gebracht. Der steigende Anteil an nicht-eucharistischen Feierformen in den Gemeinden sowie die kleiner werdende Zahl an Priestern rechtfertigte diese Erweiterung, die sich guten Zuspruchs erfreut.  

Resumee

Überblickt man die vergangenen fast vierzig Jahre, kann man sagen, dass die heutige Gestalt von Liturgie konkret sicher anders ist, als sie ursprünglich gedacht war. Aus Anregungen und Impulsen zur Gestaltung der Liturgie wurden immer mehr fertige Texte. Doch offensichtlich kam man damit dem Wunsch der Bezieher entgegen. Auf diese Art und Weise konnte über all die Jahre hinweg die Auflage stetig gesteigert werden. Die Bezieher und Bezieherinnen kommen nicht nur aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, sondern aus zahlreichen Ländern weltweit, wo deutschsprachige Gemeinden sind. Dies verpflichtet auch für die kommenden Jahre, hinsichtlich der ursprünglichen Idee wie auch gegenüber den Erwartungen der Bezieherinnen und Bezieher: Es gilt, nicht nur kreativ zu sein, was die Anregungen zur Gestaltung der Gottesdienste anbelangt, sondern auch liturgisch und theologisch verantwortungsbewusst; es genügt nicht, liturgische und musikalische Impulse zu geben, vielmehr muss das Vorhandene auch immer wieder geistlich erschlossen werden. Darin liegt die Aufgabe und Chance von Liturgie konkret auch für die Zukunft.

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