Aus der Redaktion

"Zum Sanctus"

Zur Problematik von "Ersatzgesängen"

In der Mailänder Kirche gibt es eine kleine musikalische Besonderheit, die zwar schon alt ist, aber bei uns heute eine gewisse Entsprechung hat. Es handelt sich um so genannte „Loco-Missae“, auch „Motetti-missales“ genannt: Vollständige Messkompositionen aus dem 15. Jahrhundert, die aber anstelle („loco“) der üblichen Ordinariums-Gesänge wie Gloria, Credo, Sanctus ganz andere Gesänge enthielten, die während der Messe gesungen wurden.

Es mag einem merkwürdig anmuten, dass anstelle des Gloria oder Sanctus eine Marienmotette erklang – aber ist es bei uns manchmal nicht ganz ähnlich? Wenn „zum Gloria“ ein Lied gesungen wird, das allenfalls noch das Stichwort „Ehre“ enthält oder nicht einmal das, sondern das nur ein allgemeines Loblied ist; wenn an Weihnachten „zum Sanctus“ ein Weihnachtslied vorgeschlagen wird, in dem Engel vorkommen …

Schon die Ausdrucksweise „Zum Sanctus“ ist falsch, denn sie signalisiert, dass der Dreimalheilig-Gesang ein Platzhalter ist für irgendein Lied. Letztlich drücken solche Angaben und die entsprechende Liedauswahl auch aus, dass wir den eigentlichen Text nicht wichtig nehmen. „Zur Gabenbereitung“ hingegen kann man sagen, weil damit ein Vorgang und nicht ein liturgischer Text gemeint ist.

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