Aus der Redaktion

Deutung der Bedeutung

Die Kommunion und das Kommunizieren erschließen

Ich erinnere mich, dass bei den byzantinischen Gottesdiensten, bei denen ich als Jugendlicher im Chor mitgesungen hatte, den Gläubigen vor der Kommunion gesagt wurde, wie sie richtig kommunizieren. Das war auch nötig, denn den allermeisten von ihnen war die Form, in der Leib und Blut Christi mit einem Löffel gereicht werden, unbekannt. Man müsse den Mund aufmachen, so dass der Priester die heiligen Gestalten mit dem Löffel auf die Zunge legen kann, von wo aus sie dann von selbst „den Schlund hinunterrutschen“, wie formuliert wurde. Vor allem solle man den Löffel auf keinen Fall danach mit den Lippen ablecken …

Ganz so schwierig erscheint die Kommunion in der römischen Liturgie nicht, und doch ist es wichtig, dieses Geschehen gelegentlich zu erschließen, denn leider kann man es immer wieder erleben, dass die Kommunion schludrig, ja ehrfurchtslos vollzogen wird – vielleicht auch, weil sie kaum je wirklich erklärt wird. Man geht einfach davon aus, dass alle wissen, wie das Kommunizieren geschieht. Das ist aber nicht so.

Ehrfurchtsloses Verhalten auf der Seite manches Kommunizierenden korrespondiert aber leider mit dem schludrigen Austeilen mancher Kommunionspender. Da wird einem die Hostie in die Hand gedrückt wie eine Tablette oder Briefmarke. Angesehen wird man auch nicht. Manchmal schmeckt die Hostie nach dem penetranten Rasierwasser, das sich auch trotz Händewaschung bei der Gabenbereitung nicht verdecken lässt.

Dabei ist die Begegnung zwischen Mensch und Gott in der Kommunion der entscheidende Augenblick des Messgeschehens, in dem zurecht auch nochmals ein Glaubensbekenntnis gefordert ist: „Leib und Blut Christi!“ – „Amen.“

Die Kommunionspendung geschieht so, dass den Kommunizierenden die heiligen Gaben jeweils gezeigt werden, wobei sie vom Kommunionspender auch angesehen werden sollten. Dieses Reichen ist höchst bedeutsam, auch wenn es nicht so erscheint. In ihm kommt zum Ausdruck, dass wir vor Gott nie anders sein können als Empfangende.

Es ist wichtig, auch darüber gelegentlich im Gottesdienst zu sprechen – in der Homilie etwa. Vielleicht wird dem einen oder der anderen Gottesdienstteilnehmerin dann das Kommuniongeschehen neu bewusst. Aber auch im Kreis der Kommunionhelfer und -helferinnen. Wie mir einmal ein Pfarrer so richtig sagte: „Sollen die Dinge etwas bedeuten, muss man sie deuten.“               Guido Fuchs

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