Aus der Redaktion

Beten oder sprechen?

Schuldbekenntnis und Credo: keine Gebete

Es kann schon einmal passieren, wenn man in Gedanken ist, dass man vor dem Credo die Gemeinde einlädt: „Wir wollen unseren Glauben bekennen“ und dann fortfährt: „Ich bekenne …“ Aber immerhin hat man die Einladung korrekt ausgesprochen; oft kann man nämlich auch hören: „Wir wollen jetzt das Glaubensbekenntnis beten.“ Es handelt sich aber um kein Gebet, sondern um einen  Bekenntnistext, der gesprochen oder gesungen, jedenfalls nicht gebetet wird. Gott wird darin ja nicht angesprochen.

Auch das Schuldbekenntnis ist kein Gebet; wir sprechen es vor Gott und vor einander, aber nicht zu Gott. Es ist ein Text mit Blick auf die Kirche – die himmlische eingeschlossen –, wenn die Schwestern und Brüder, die selige Jungfrau Maria, alle Engel und Heiligen angesprochen werden mit der Bitte, „für mich zu beten bei Gott, unserem Herrn“. Das eigentliche Gebet kommt also noch – besser gesagt: käme noch, denn: Beten wir dann wirklich füreinander? Meist folgt sogleich die Vergebungsbitte. Sollte man also nicht nach dem Schuldbekenntnis ein wenig Zeit geben, dass zumindest getan werden könnte, worum man eben bittet? Freilich: Diese kurze Stille müsste ebenso erschlossen werden wie die nach dem „Lasset uns beten“. Immerhin ist dieses Beten füreinander die „priesterliche Aufgabe“ der Gläubigen – von großer Würde und Bedeutung.

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